Pressemitteilung der Kreisverwaltung des Westerwaldkreises


Die Anzahl der positiven Corona-Fälle im Westerwaldkreis ist in den vergangenen Tagen massiv angestiegen. Mit 116 neu eingegangenen Corona-Fällen beim Westerwälder Gesundheitsamt wurde am gestrigen Tag ein neuer Höchstwert seit Beginn der Pandemie erreicht. Auf Grund des enorm steigenden Fallaufkommens ist das Gesundheitsamt aktuell leider nicht mehr in der Lage, die infizierten Personen in der bisherigen Schnelligkeit zu kontaktieren sowie die daran anknüpfende Cluster-Kontaktnachverfolgung durchzuführen.

Das Gesundheitsamt bittet positiv getestete Personen und ihre nicht vollständig geimpften oder genesenen Haushaltangehörigen sowie engen Kontaktpersonen, sich gemäß Absonderungsverordnung des Landes Rheinland-Pfalz selbstständig und eigenverantwortlich in Quarantäne zu begeben. „Die Landesverordnung zur Absonderung von mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten oder krankheitsverdächtigen Personen und deren Hausstandsangehörigen und Kontaktpersonen regelt dies eindeutig“, erklärt Gesundheitsamtsleiterin Sarah Omar. Diese Pflicht besteht auch ohne unmittelbaren Anruf aus dem Gesundheitsamt. „Wir rufen nach wie vor alle positiven Personen an, aber aufgrund des hohen Fallaufkommens kann es zu zeitlichen Verzögerungen kommen. Sofern man unsicher ist, kann man sich auch auf den Internetseiten www.westerwaldkreis.de und www.corona.rlp.de umfassend informieren.“ Wer sich krank fühlt und starke Symptome entwickelt, soll sich in jedem Fall telefonisch an den behandelnden Hausarzt wenden.
Dem Arbeitgeber gegenüber kann mit einem positiven Laborbefund vorerst nachgewiesen werden, dass eine Pflicht zur Absonderung besteht. Wegen einer Quarantänebescheinigung müssen sich die Betroffenen am besten per E-Mail an gesundheitsamt@westerwaldkreis.de wenden.
Gleiches gilt auch für alle sonstigen Fragen rund um die Coronapandemie. Eine umfassende Informationsmöglichkeit bietet die Interplattformen des Landes (www.corona.rlp.de) und des Kreises (www.westerwaldkreis.de). Sofern Fragen hier nicht beantwortet werden können, steht das Gesundheitsamt bei allen Angelegenheiten rund um eine Infektion per E-Mail gesundheitsamt@westerwaldkreis.de sowie bei Rechtsfragen per E-Mail rechtsfragen.corona@westerwaldkreis.de zur Verfügung. Die Erreichbarkeit der Hotline wird auf ein Zeitfenster von 08.00 Uhr bis 12.00 Uhr von montags bis freitags angepasst. „Wir benötigen das Personal nachmittags, um die leider aktuell in hoher Zahl neu eintreffenden Befunde abzuarbeiten und die betroffenen Personen entsprechend zu informieren“, erklärt Omar die Anpassung der Erreichbarkeit. „Wir müssen in der aktuell wieder kritischer werden Zeit unsere Ressourcen bündeln, um die Kernarbeit zu erledigen und die Pandemie im Kreis im Schach halten zu können.“
Das Gesundheitsamt rät aufgrund der steigenden Fallzahlen dringend dazu, sich impfen zu lassen und die empfohlenen Auffrischungsimpfungen wahrzunehmen. Hier appelliert Omar an das Land, weitere Impfangebote zu schaffen. Wie groß der Bedarf ist, spürt das Westerwälder Gesundheitsamt bei dem von ihnen auf freiwilliger Basis geschaffenen zusätzlichen Impfangebot. Die Termine waren in kürze alle vergeben. „Wir arbeiten mit Hochdruck daran, auch hier weitere Angebote in der Fläche in den Verbandsgemeinden zu schaffen. Aktuell wurde und wird dafür zusätzliches Personal generiert. Dies ist aber nur ein Tropfen auf besagten heißen Stein. Das Land hätte die Impfzentren mit Blick auf die notwendigen ‚Boosterimpfungen‘ nicht schließen dürfen. Mit der Reaktivierung der Stand-by-Impfzentren wird auch der Bedarf nicht gedeckt werden können. Hier hat man uns im Norden von Rheinland-Pfalz scheinbar vergessen, denn die Impfangebote enden gefühlt in Koblenz“, macht die Gesundheitsamtsleiterin ihrem Unmut Luft. Neben den Impfungen bei Hausärzten und den Terminen in den Impfbussen, wird auch das Krankenhaus Montabaur ein Impfangebot schaffen. Zusätzlich können ab dem 18. November auch Termine in den reaktivierten Impfzentren unter www.impftermin.rlp.de gebucht werden.
Außerdem äußert Omar die Bitte, nicht zwingend notwendige Kontakte freiwillig zu reduzieren, um den Fallzahlanstieg nicht weiter zu befeuern. „Nicht alles was aktuell erlaubt ist, ist auch sinnvoll. Da es an rechtlichen Regelungen mangelt, ist aktuell mehr denn je der gesunde Menschenverstand von Jedermann gefragt.“