Bürgermeister Oliver Götsch begrüßte die zahlreichen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus Ewighausen, bedankte sich vorab bei allen Helferinnen und Helfern für Aufbau, Bewirtung und Catering sowie bei der Ortsbürgermeisterin Melanie Mathis für die Gestellung der Halle. Er wünschte allen einen vergnüglichen Abend und gab die Bühne frei für Mathias Tretter.
Mit seinem Programm „Souverän“ bot Tretter eine intelligente Analyse der politischen und gesellschaftlichen Zustände unserer Zeit. Durch präzise Satire und seinen unverwechselbaren Blick für gesellschaftliche Absurditäten zog er die Zuhörer/innen von Beginn an in seinen Bann. Stets am Puls der Zeit, sezierte er aktuelle Themen mit der gewohnten scharfen Zunge und bewies damit erneut, warum er zu den besten Kabarettisten Deutschlands gehört.
Er blieb stets auf dem „doppelten Boden“ der Souveränität, erst recht mit seinem Freund Ansgar, einem Gelehrten, der eine Kunstgalerie eröffnet hat, mit einer chinesischen Pianistin verheiratet ist, eine bürgerliche Existenz aufgebaut hat und auf dem Weg ins All ist. Ganz souverän und überzeugt, dass gegen den Endzeit-Blues nur der Stammtisch hilft.“

Ein Höhepunkt des Abends war Tretters „Flug zum Mars“ – eine humorvolle, aber tiefgründige Parabel über das Bedürfnis vieler Menschen, angesichts der Herausforderungen des modernen Lebens in die Ferne zu fliehen, ob ins Weltall oder in digitale Welten. Doch wie Tretter pointiert aufzeigte, holt einen die Realität überall ein. Dieser galaktische Ausflug in die Absurditäten der Fluchtgedanken wurde mit begeistertem Applaus gewürdigt.
Doch das war nicht der einzige Glanzpunkt: Mit scharfem Witz und klugen Einsichten nahm Tretter auch politisches Chaos, Alltagsphänomene und die Widersprüche des modernen Lebens aufs Korn. Zum Beispiel über ein Geschäftshaus auf den Cayman Islands, das 1.200 Unternehmen beherbergt und in dem 19 Angestellte einen Briefkasten teilen – willkommen im „Steuerparadies der Gegenwart“. Auch die US-Präsidentschaftswahlen sind ein willkommenes Thema, schließlich die Multi-Milliardäre Elon Musk und Jeff Bezos, die Ansgar zum Kaffeekränzchen in die ultimative Freihandelszone auf den Mars beamt.
Kurz gesagt, sein Programm „Souverän“ erwies sich als eine humorvolle, aber tiefgehende Analyse unserer Zeit, die das Publikum immer wieder zum Nachdenken anregte.
Die Begeisterung der Zuhörer/innen war spürbar: Lachen und Applaus begleiteten den Abend uns so wurde Mathias Tretter mit anhaltendem Beifall, natürlich nicht ohne Zugabe, von der Bühne verabschiedet.
Marion Meuer, Geschäftsführerin Kulturkreis VG Selters



